Pfarre Allerheiligen
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Pfingsten wozu?

HL_Geist1Es ist Pfingsten, so steht es zumindest im Kalender, aber ganz ehrlich gefragt: Haben Sie Pfingsten schon einmal am eigenen Leib gespürt? Feuerzungen, ein gewaltiges Brausen, das Sprechen in verschiedenen Sprachen? Nein, ein solches Pfingsten wie damals in Jerusalem gibt es heute nicht mehr. Und genau aus diesem Grund könnte man ja auch die Forderung stellen, Pfingsten als total lebensfernes Fest abzuschaffen.


Pfingsten wozu?
Ein Blick in das Pfingstevangelium (Joh 20,19-23) zeigt Verbindungen zu

heute. Die am Anfang geschilderte Angst, das Verschließen von Türen, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, der Blick in eine düstere Zukunft, das gibt es auch 2010 noch: Jugendliche, die keine Lehrstelle finden; Familien, die zerbrechen; Kranke, die nicht geheilt werden können; Alte, die vereinsamen … Und auch in all diese trostlosen Situationen spricht Jesus uns,  wie damals seinen Jüngern den Frieden zu. Einen Frieden, der mehr ist als die Abwesenheit von Krieg und Streit. Es ist ein Frieden, den Gott uns schenkt. Ein Friede, der uns ein Leben in Fülle verheißt. Aber damit nicht genug: Damit die Jüngerinnen und Jünger damals und heute nicht an ihren eigenen Kräften scheitern, verspricht Jesus ihnen und uns seine bleibende Gemeinschaft. „Er hauchte sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist“. Nicht mit Pauken und Trompeten, sondern im beinahe unscheinbaren, zärtlichen Anhauchen wird der Geist Gottes geschenkt. Es ist ein leises und kleines Pfingsten, das viel Aufmerksamkeit und Offenheit von uns erfordert.

Pfingsten dazu!
Dieses leise Pfingsten hat es aber in sich, denn es fordert von uns, dass auch wir die versperrten Türen unseres Lebens öffnen. Und wenn wir ganz genau hinschauen, dann merken wir, dass in unserem Leben viel öfter Pfingsten geschieht, als es in unseren Kalendern steht. Denn Pfingsten wirkt, wenn Kinder ernst genommen werden, wenn Jugendliche sich kirchlich engagieren, wenn man miteinander offen und ehrlich ist, wenn man eine 2. Chance bekommt, wenn Menschen den Mut haben um Hilfe zu bitten, wenn alte und kranke Menschen nicht vergessen werden.
Jüngerschaft ist immer mit einer Sendung und einer herausfordernden Aufgabe verbunden. Mit Pfingsten feiert die Kirche ihren Geburtstag. Die Botschaft des Todes und der Auferstehung Jesu soll den Weg in die Welt gehen. Pfingsten abzuschaffen, das wäre also eine richtig schlechte Idee. Stattdessen gilt es zu fragen, was der Sendungsauftrag aller getauften und gefirmten Christen heute bedeutet. Wie ich meine Fähigkeiten und meine Charismen in und für die Kirche einsetze.
Und gerade deshalb wünsche ich Ihnen ein geistreiches Pfingsten,
Pastoralassistentin Angelika Stegmayr