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Der erste christliche Sakralbau auf dem Gebiet der heutigen Pfarre Allerheiligen war vermutlich eine Kapelle aus dem 8. Jahrhundert, die dem Hl. Korbinian gewidmet war, über die aber wenig bekannt ist. Eine Weihe einer Allerheiligenkirche ist erstmals am 13. April 1375 erwähnt. Es handelte sich um ein typisches Gotteshaus an der Landstrasse, das immer wieder erneuert und ausgebaut wurde. 1786 wurde die Kirche profaniert, abgerissen und in einen Bauernhof verwandelt.
Der Errichtung der ersten Siedlungen am Lohbach und in der Hörtnaglstrasse ab 1935 führte zum Bau einer Notkirche „St. Georg“. Ein geschenkter Stadel beim Flughafen wurde abgetragen, am „Spitzbichl“ aufgestellt, notdürftig als Kirche adaptiert und am 20. Dezember 1936 eingeweiht. In der Folge wurde das Pfarrhaus, eine Volksschule und ein Kindergarten - ebenfalls als Baracken - angebaut und unter Pfarrer P. Karl Maria Weber in den Fünfziger Jahren ein gemauertes Jugendheim.
Der ab 1960 einsetzende Bevölkerungszuzug ließ die Notkirche aus allen Nähten platzen. Der bekannte Tiroler Architekt Clemens Holzmeister (1886-1983) lieferte den Plan für eine neue grosse Kirche. Grundgedanke für das Ensemble ist die „Burg Gottes“, ein klosterartiger Komplex von Kirche, Turm und Pfarrgebäude mit Jugendheim, Kindergarten und Bibliothek auf einem weithin sichtbaren Hügel. Am 6. Oktober 1963 erfolgte die Grundsteinlegung, und dank vieler Spenden und unzähliger Betteltouren von Pfarrer P. Markus Galler konnte der Bau am 12. Dezember 1965 eingeweiht werden. Die Kirche bekam wieder den historischen Namen „Allerheiligen“.
Die Kirche, die im Chor ein dem Langhaus entgegengesetztes, schwalbenschwanzförmiges Dach aufweist, ist ein einheitlicher Raum mit einer Nische hinter dem Hochaltar und einer quergerichteten Holzfelderdecke. Nach Osten schliesst sich eine einfache Werktagskapelle und eine kleine Taufkapelle an. Der Innenraum wurde während des zweiten Vatikanischen Konzils geplant und nimmt wenig Bezug auf die neue Liturgie. Er wird vom hochgestellten Altarraum mit dem Sakramentsaltar dominiert. In dem hohen Kirchenschiff mit den weissen Wänden werden die farbigen Akzente vom Kreuzweg und vom grossen Mosaik hinter dem Altar gesetzt, die beide vom Innsbrucker Maler Richard Kurt Fischer gestaltet wurden. Im Turm rufen vier Glocken zum Gebet (210 - 1300 kg schwer).
Infolge einer regen Wohnbautätigkeit wuchs der Stadtteil beständig. So ist die Pfarre Allerheiligen heute eine der grössten Tirols. Das starke Anwachsens der Bevölkerung brachte es mit sich, dass der Gebäudekomplex mehrfach adaptiert werden musste. Zuletzt wurde durch die unermüdliche Initiative von unserem – leider viel zu früh verstorbenen - Pfarrer Erich Gutheinz in vier Abschnitten von 2000 bis 2003 unter anderem der Pfarrsaal, der Kindergarten und die Bibliothek erweitert und umgestaltet
Übrigens: Sie sind herzlich eingeladen, sich bei einem Besuch der Kirche Allerheiligen selbst ein Bild von der „Burg Gottes“ im Westen Innsbrucks zu machen.
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